Folsäure in der Schwangerschaft

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NEUTRALE INFORMATIONEN FÜR ENDVERBRAUCHER

 

Folsäure gehört zu den Vitaminen der B-Gruppe. Sie ist an wesentlichen Wachstumsprozessen beteiligt. Zusammen mit Vitamin B 12 verantwortet Folsäure die DNA-Synthese, also den Aufbau des Erbguts und wichtiger Stammzellen.

 

Da sich die Zellen im Knochenmark sehr oft teilen, ist eine ständige Versorgung mit Folsäure wichtig, um Fehlbild-
ungen zu vermeiden. Sie kann vom Körper nicht hergestellt werden und muss über die Nahrung aufgenommen werden.

  • Der Bedarf an Folsäure ist bei Kinderwunsch und Schwangerschaft erhöht.
 
FOLSÄURE BEI KINDERWUNSCH UND IN DER SCHWANGERSCHAFT
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© Istock/hannamonika. Folsäure ist wichtig, damit ein gesundes Kind heranwachsen kann

Während der Schwangerschaft bildet sich neues Leben. Zahlreiche Wachstumsprozesse finden in relativ kurzer Zeit statt.

 

Daher ist der Bedarf an Folsäure in der Schwangerschaft und bei Frauen mit Kinderwunsch besonders hoch.

 

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. empfiehlt eine tägliche Zufuhr von:

  • 300 µg Folsäure für einen Erwachsenen

  • 300 + 400 µg Folsäure bei Kinderwunsch
  • 550 µg Folsäure in der Schwangerschaft
  • 450 µg Folsäure bei während der Stillzeit

Es ist fast unmöglich, die empfohlenen Mengen an Folsäure über eine ausgewogene Ernährung zu erreichen. Daher raten Frauenärzte, für eine optimale Versorgung von Mutter und Kind schon vor der Schwangerschaft zu Vitaminkomplexen mit Folsäure.

FOLSÄUREMANGEL
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Alkohol kann Folsäure in der Schwangerschaft senken

Folsäuremangel ist keine Seltenheit. Ausgelöst durch unausgewogene Ernährung und zu viel Süßigkeiten und Alkohol.

 

Da Folsäure die Wachstumsprozesse steuert, erhöht ein Mangel in der Schwangerschaft das Risiko für kindliche Neuralrohrdefekte wie ein offener Rücken (Spina bifida).

 

Andere Länder, z.B. Kanada, reichern Mehl mit Folsäure an, um die Fälle der Neuralrohrdefekte zu senken. Dabei wurde in Studien festgestellt, dass auch die Zahl der Kinder mit angeborenen Herzfehlern zurückging.

 

Auch in Deutschland kann man Folsäure-Präparate und Lebensmittel kaufen, die mit Folsäure angereichert sind. Ob aber auch in Deutschland in Grundnahrungsmittel wie Mehl Folsäure beigemengt werden soll, wird noch diskutiert.

 
NEURALROHRDEFEKTE
© Istock/Deklofenak. Folsäure vor der Schwangerschaft ist wichtig, da sich das Neuralrohr des Babys ausbildet, wenn die wenigsten ahnen, dass sie schwanger sind.

Neuralrohrdefekte entstehen durch Entwicklungsstörungen des Nervensystems beim ungeborenen Kind.

 

Folsäuremangel, Rauchen oder Alkoholkonsum , aber auch Erkrankungen wie Röteln während der Schwangerschaft erhöhen das Risiko für Neural-
rohrdefekte. In Deutschland werden pro Jahr ca. 800 Kinder mit Neuralrohrdefekt geboren.

 

Zwischen dem 22. und dem 28. Tag der Embrionalentwicklung bilden sich das Neuralrohr und die Neuralplatte. Daraus bilden sich später Rückenmark und Gehirn.

 

Genau hier liegt auch das Zeitfenster für Fehlbildungen. Zu den Neuralrohrdefekten zählt z.B. der offene Rücken (Spina bifida). Bei schweren Ausprägungen ist die Wirbelsäule gespalten und kann die Nervenstränge nicht ausreichend schützen. In diesem Fall wird eine Operation notwendig.

 

Eine schwerere Form des Neuralrohrdefekts ist die Anenzephalie, bei der die Schädeldecke des Babys nicht geschlossen ist und das Gehirn sich nicht richtig entwickeln konnte.

 

Es gibt jedoch auch weniger ausgeprägte Fälle des Spina bifida. Diese sind nur auf Röntgenaufnahmen zu sehen und  beeinträchtigen nicht weiter.

 

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