Die ausreichende Versorgung mit Folsäure lässt in Deutschland zu wünschen übrig. Das Robert Koch-Institut schlägt vor, Mehl künftig mit Folsäure anzureichern, um Neuralrohrdefekte bei Babys zu verringern.
Jährlich kommen in Deutschland 500 – 800 Babys mit Neuralrohrdefekten (z. B. einem offenen Rücken) zur Welt. Bei weiteren 500 Schwangerschaften wird diese Fehlbildung bei Vorsorgeuntersuchungen festgestellt und die Schwangerschaft abgebrochen. Dieses Prozedere verursacht großes Leid bei den Betroffenen und ist zusätzlich auch mit hohen Folgekosten für die Gemeinschaft verbunden. Ein wirksames Mittel, besteht in der Verbesserung der Versorgung mit dem Vitamin Folsäure bei Schwangeren. Selbst bei einer ausgewogenen Ernährung ist die Folsäurezufuhr zu niedrig und sollte verbessert werden.
Schon seit Jahren wird Frauen mit Kinderwunsch empfohlen, folsäurehaltige Tabletten einzunehmen. Meist empfiehlt sich bei Kinderwunsch z. B. mit Absetzen der Pille mit der Einnahme eines folsäurehaltigen Präparats zu starten. Zu Beginn wird eine Einnahme von 800 Mikrogramm empfohlen, um den entsprechenden Folsäuregehalt aufzubauen. Während der ersten Schwangerschafts-Monate wird die Dosis der Schwangeren auf 400 Mikrogramm Folsäure herabgesetzt.
Um allerdings die Versorgung flächendeckend zu verbessern, werden in mehreren Staaten Grundnahrungsmittel mit Folsäure angereichert. Vor allen Dingen Frühstücksprodukte, Milchprodukte, Multivitamingetränke und auch Speisesalz werden hier in Deutschland mit Folsäure angereichert.
Damit ein optimales Versorgungsniveau zur Verhütung von Neuralrohrdefekten beim Baby vermieden werden kann, ist weiterhin allen Frauen mit Kinderwunsch die zusätzliche Einnahme von Folsäuretabletten zu empfehlen.
Tipp: Teilweise gibt es Präparate in der Apotheke, die mit einer ganz kleinen Tablette auskommen und damit einfach zu schlucken sind. Auch sind diese Folsäuretabletten in einem praktischen Spender zu bekommen – und somit immer dabei.