Kinderkrankheiten sind alles andere als harmlos, doch Impfungen helfen
Das Wort Kinderkrankheit führt leider in die Irre. Erstens können auch Erwachsene an Kinderkrankheiten erkranken. Zweitens sind die sogenannten Kinderkrankheiten alles andere als harmlos. Bei Mumps, Masern, Röteln und Scharlach handelt es sich um Infektionskrankheiten mit schweren Symptomen. Durch Impfungen und Vorkehrungen kann der Ausbruch dieser Krankheiten vielfach schon im Vorfeld verhindert werden.
Unsere Übersicht über die am stärksten verbreiteten Kinderkrankheiten gibt Ihnen Auskunft über die Symptome der Kinderkrankheit, die Ansteckungsgefahr der Kinderkrankheit und Impfmöglichkeiten:
Dreitagefieber:
- Symptome: drei bis vier Tage hohes Fieber mit fleckigen Rötungen
- Ansteckungsgefahr: schon drei Tage vor dem Fieber bis zum Beginn des Ausschlags
- Impfung: keine Impfung möglich
Diphterie:
- Symptome: Entzündung der Schleimhäute, bräunlich oder blutige Beläge auf den Schleimhäuten, Erbrechen, süßlicher Mundgeruch
- Ansteckungsgefahr: vom Ausbruch der Krankheit an etwa sieben Tage lang
- Impfung: möglich ab dem 3. Lebensmonat
Keuchhusten
- Symptome: Grippesymptome werden zu abgehacktem, starkem Husten, Atemnot, Erbrechen, Schlafstörungen
- Ansteckungsgefahr: vom Ausbruch der Krankheit an fünf Wochen lang
- Impfung: möglich ab dem 3. Monat
Kinderlähmung/Polio
- Symptome: Grippesymptome, danach zwei Wochen beschwerdefrei, erneut schwere Grippesymptome, steife Wirbelsäule, Nackenstarre, Erbrechen, Bewusstseinseintrübung, Lichtempfindlichkeit, weiter zwei Tage später Lähmungen im Schulterbereich oder in den Beinen
- Ansteckungsgefahr: vom Beginn der Symptome bis keine Viren mehr nachgewiesen werden können
- Impfung: möglich ab dem 3. Monat
Masern
- Symptome: Entzündungen im Nasen- und Rachenraum sowie der Bindehäute, Koplikflecken in der Mundschleimhaut, trockener Husten, Fieber
- Ansteckungsgefahr: schon drei Tage vor Beginn des Ausschlags bis zum Verschwinden
- Impfung: möglich ab dem 12. Monat
Mumps
- Symptome: Schwellung der Speicheldrüsen, Schluckbeschwerden, dicke Wangen, leichter Temperaturanstieg, Meningitis mit Kopfschmerzen, gegebenenfalls heftige Bauchschmerzen, Erbrechen, Nackensteifheit
- Ansteckungsgefahr: schon drei Tage vor bis neun Tage nach Beginn der Schwellung
- Impfung: möglich ab dem 12. Monat
Ringelröteln
- Symptome: leichtes Fieber, girlandenförmige Rötungen und Ausschlag vorwiegend im Gesicht, gelegentlicher Juckreiz
- Ansteckungsgefahr: schon vier Tage vor bis 10 Tage nach der Infektion
- Impfung: wird derzeit erforscht
Röteln
- Symptome: schmetterlingsförmige Rötungen im Gesicht und auf dem ganzen Körper, erhöhte Temperatur, geschwollene Lymphknoten im Kopf- und Halsbereich
- Ansteckungsgefahr: schon sieben Tage vor bis 10 Tage nach Beginn des Ausschlags
- Impfung: möglich ab dem 12. Monat
Scharlach
- Symptome: Fieber, Kopf- und Halsschmerzen , Erbrechen, Rötungen an der Innenseite der Oberschenkel, Schluckbeschwerden, erst weiß belegte, dann himbeerfarbene Zunge, rötlicher Ausschlag an den Leisten und Armbeugen, evt. Mittelohr-, Nieren- und Herzmuskelentzündung (Lebensgefahr)
- Ansteckungsgefahr: ab den ersten Symptomen bis zwei Tage nach Beginn mit einer Penecilin-Therapie
- Impfung: keine Impfung möglich
Windpocken
- Symptome: Roten Flecken und Knötchen, die nässen und verkrusten, starker Juckreiz
- Ansteckungsgefahr: schon zwei Tage vor bis sechs Tage nach dem Auftreten der Symptome
- Impfung: möglich ab dem 12. Monat
Tipp:
Suchen Sie sofort Ihren Kinderarzt auf, wenn Sie vermuten, dass ihr Kind sich mit einer Kinderkrankheit angesteckt hat. Informieren Sie gegebenenfalls auch die Kita und ihr näheres Umfeld über die Ansteckungsgefahr. In einigen Bundesländer besteht bei Scharlach beispielsweise sogar Meldepflicht. Informieren Sie sich dazu ebenfalls bei Ihrem Kinderarzt.
Quellen:
Medizininfo
Erste Schritte. Familien-Planer für werdenden Eltern und junge Familien. Informationsbroschüre der Stadt Berlin für das Jahr 2010. Hg. v. Ulrich Barz. Berlin 2010.
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