Dorothea Lamatsch möchte letztlich beides nicht missen: die guten und die schwierigen Phasen mit ihren Kindern.
Frau Lamatsch, Sie haben einen dreieinhalbjährigen Sohn und eine einjährige Tochter. Ist es noch aufregend Mutter zu sein? Erinnern Sie sich noch an die Veränderungen und Unsicherheiten nach der Geburt Ihres ersten Kindes?
Es ist und bleibt aufregend. Jedes Alter bietet neue Herausforderungen. Und es bleibt, auch beim zweiten Kind, wunderschön mitanzusehen, wie aus hilflosen kleinen Neugeborenen in kürzester Zeit kleine Menschen mit eigenem Kopf und Wünschen werden. Die Veränderungen beim zweiten Kind sind natürlich nicht mehr so einschneidend wie beim ersten, wo das ganze Leben um 180 Grad auf den Kopf gestellt wird. Richtig unsicher habe ich mich eigentlich nie gefühlt, höchstens mal überfordert angesichts von Schlafmangel und Dauerstillem. Aber ich habe mir schnell einen Freundeskreis mit anderen Müttern aufgebaut und auch das Internet hat viele Fragen beantwortet.
Welche Phasen haben Sie als besonders schön und welche als besonders anstrengend in Erinnerung?
Vor allem die Anfangszeit mit dem ersten Kind fand ich besonders schön, die Ruhe, das gemeinsame Kuscheln und im Bett liegen, das Sich-Kennen-Lernen. Ich fand auch beide Schwangerschaften sehr schön, vielleicht mit Ausnahme der letzten 4 Wochen, wo es dann doch beschwerlich wurde, aber insgesamt ging es mir immer sehr gut und ich war sehr gerne schwanger.
Besonders anstrengend fand ich die erste Zeit mit zwei Kindern. Alles musste sich neu einspielen, der Große war eifersüchtig, ich war müde und hatte auch nach der ziemlich anstrengenden Geburt kaum Zeit mich zu erholen und in Ruhe unser neues Familienmitglied kennenzulernen. Ich bin schon am nächsten Tag aus dem Krankenhaus (im Nachhinein ein Fehler!) und beim Großen waren Herbstferien im Kinderladen, sprich ich musste gleich wieder „funktionieren“.
Dass Kinder leichter als Erwachsene krank werden, gehört dazu und ist wichtig für die Stärkung des Immunsystems. Wie haben Sie die erste Krankheit Ihres Sohnes erlebt? Sind Sie inzwischen abgebrühter?
Mein Sohn hatte mit knapp fünf Monaten fast vier Wochen Durchfall. Ich war regelmäßig beim Kinderarzt, aber da dieser entspannt blieb, blieb ich es auch. Richtig kalt erwischt hat mich dagegen ein Fieberkrampf als Elias 16 Monate alt war. Ich war alleine mit ihm zu Hause und hatte wirklich Angst, dass er stirbt. Ich wusste nicht, was genau es war, er war blass, reagierte nicht mehr und zuckte am ganzen Körper. Ich habe völlig aufgelöst die Feuerwehr angerufen, die mich zu beruhigen versuchte. Wir waren dann noch mehrere Tage mit ihm im Krankenhaus und es war dann zum Glück alles wieder in Ordnung. Jedes Mal, wenn er fiebert, habe ich Angst, dass es wieder passiert, daher gebe ich schon recht früh und schnell fiebersenkende Mittel. Ansonsten sind wir zum Glück vor ernsthaften Sachen bislang verschont geblieben. Beide Kinder haben eine stabile Gesundheit, toi, toi, toi!
Welche Erfahrungen haben Sie mit Arzneimitteln und Medizinprodukten bei Ihren Kindern gemacht? Gab es da Schwierigkeiten, z.B. bei der Medikamenten-Gabe? Und was halten Sie von Alkohol in Gesundheitsprodukten von Kindern?
Inhalieren und Zäpfchen-Gabe gehört nicht gerade zu den Highlights junger Eltern ... Insbesondere mit Zäpfchen habe ich schon oft gekämpft und oftmals viele verwendet, bis eines endlich mal „saß“. Seitdem geben wir wo immer möglich Medikamente in flüssiger Form mit Dosierhilfe. Dabei darf aber kein Alkohol enthalten sein! Ich finde das absolut unverantwortlich, ich würde ja auch nie meinen Kindern essen geben, das mit Alkohohl gekocht wurde.
Wie muss ein Medikament oder ein Pflegeprodukt sein, damit es wirklich kindergerecht ist und Ihren Ansprüchen als Mutter genügt?
Vor allem bei dem Großen kommt es auf das „Branding“ an. Wenn ich es ihm als Piratensaft oder Ritter-stark-mach-Saft verkaufe, geht es immer. Wenn es dann auch noch angenehm schmeckt, d.h. süßlich und bloß nicht bitter, haben wir schon gewonnen. Gerade mit Kleinkind im Haus ist es natürlich wichtig, dass die Medikamente sich nicht einfach öffnen lassen, sondern einen Kinderschutz haben.
Hatten Sie schon mal Probleme mit Beipackzetteln? Woran lag das? Was würden Sie sich wünschen?
Ich habe immer Probleme damit, die Beipackzettel so zusammenzufalten, dass sie nach dem Lesen wieder in die Packung passen. Deswegen liegen sie oft irgendwo herum und wenn ich sie dann später noch einmal brauche, finde ich sie nicht mehr. Kann man das nicht einfacher machen?
Welchen Rat möchten Sie anderen jungen Eltern mit auf den Weg geben?
Versuchen, entspannt zu bleiben. Es sind alles Phasen. Die guten wie die schlechten.
Kurzportrait
Dorothea Lamatsch hat einen dreieinhalbjährigen Sohn und eine einjährige Tochter. Die Zeit mit ihren Kindern verbringt Dorothea Lamatsch am liebsten fröhlich, ohne Gequengel und Streiterei. Dann ist es egal, ob wir am Spielplatz, im Kindercafe oder zu Hause sind.
In der Zeit, die ihr für sich bleibt, macht sie am liebsten: Lesen, Emails schreiben, telefonieren, manchmal Sport – und v.a. viel schlafen!
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