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Frau Ost, Sie haben einen einjährigen Sohn. Ist es aufregend Mutter zu sein? Was hat sich verändert?
Alles hat sich verändert! 24 Stunden dreht sich alles um Kilian; aber das meine ich überhaupt nicht negativ. Als Mutter muss ich mehr planen und bin nicht mehr so spontan. Für mich fing das Mutter-Sein schon mit dem positiven Schwangerschaftstest an. Seither erlebe ich auch die spannendste Zeit in meinem Leben.
Gab es Zeiten, die sie als besonders anstrengend oder als besonders schön erlebt haben?
Die ersten drei Monate waren sehr anstrengend, weil Kilian viel geschrien hat. Er musste erstmal richtig ankommen auf dieser Welt. Aber seit dem ist es wunderschön und wir genießen jede Minute.
Beschwerden treten oft beim Zahnen oder während der Säuglingskoliken auf. Wie war das bei Ihrem Sohn?
Kilian hatte keine richtigen Koliken. Er hat eben viel geschrien in den ersten Monaten. Ich glaube, er musste so seine Erlebnisse verarbeiten und konnte sich dadurch beruhigen. Erst jetzt bei den ersten Backenzähnen hat Kilian wirklich gelitten. Er war oft sehr unruhig und hat schlecht geschlafen.
Was haben Sie unternommen, um ihm zu helfen?
In den ersten Monaten habe ich auch Medikamente gegen Koliken ausprobiert, aber dann schnell festgestellt, dass Koliken nicht der Grund waren, warum er so geschrien hat. Wir haben dann versucht, Kilians Tag geregelt ablaufen zu lassen. Mein Freund und ich haben Kilian stundenlang durch die Wohnung getragen und so mit viel Geduld und Liebe diese Zeit überstanden.
Greifen Sie auch auf bewährte Hausmittel zurück?
Zum Glück war Kilian noch nicht schwer krank. Aber bei Fieber würde ich zum Beispiel. kalte Wickel als unterstützende Maßnahmen machen.
Junge Familien können von verschiedenen Experten Hilfe erwarten. Wie haben Sie das Zusammenspiel von Hebammen, Ärzten und Apothekern erlebt? Von wem erwarten Sie welche Unterstützung/Hilfe/Rat?
Leider arbeiten Ärzte, Hebammen und Apotheker nicht so gut zusammen. Jeder kocht sein eigenes Süppchen. Ich glaube, alle Parteien haben Angst Patienten zu verlieren.
Zum Glück haben wir eine Kinderärztin, die nicht nur Antibiotika verschreibt, sondern auch homöopathische Mittel und die auch sonst gute Tipps gibt. Ansonsten war ich in der Schwangerschaft sehr gut durch eine Beleghebamme betreut. Die konnte ich immer anrufen und sie hat mir viele hilfreiche Ratschläge gegeben und mir die Angst oder Bedenken genommen.
Von Apothekern wünsche ich mir mehr Beratung und mehr Transparenz in Bezug auf Zusammensetzung und Darreichung – und dass sie bitte nicht immer nur die teuersten Artikel verkaufen wollen!
Was halten Sie von Alkohol in Gesundheitsprodukten von Kindern?
Ich finde, es sollten mehr Medikamente speziell für Kinder hergestellt werden. Besonders in Medikamenten für die Altersklasse bis zwei Jahre hat Alkohol nichts zu suchen.
Welche Erfahrungen haben Sie mit Beipackzetteln gemacht? Fühlen Sie sich gut informiert bezüglich: Dosierung, Darreichung, Altersgruppe, Wirkstoffen etc?
Bei Medizin für mich selber lese ich Beipackzettel gar nicht mehr und vertraue meinem Arzt. Aber bei Produkten für meinen Sohn lese ich sie sehr aufmerksam. Leider sind sie sehr verunsichernd: Die ganzen Nebenwirkungen sind schlimmer als die Krankheit, wegen denen man sie verschrieben bekommen hat. Speziell bei Säuglingsmedikamenten wären Tipps für die Eltern hinsichtlich Darreichung toll. Auch eine deutlichere Beschriftung wie „OHNE ALKOHOL“ o.ä. wären hilfreich.
Das eigene Kind krank zu erleben ist eine harte Erfahrung. Als Mutter will man schnell und sicher helfen. Erinnern Sie sich an Schwierigkeiten und Unsicherheiten bei der ersten Medikamentengabe?
Nein, viele Medikamente hat Kilian noch nicht bekommen. Außerdem ist er in dieser Hinsicht sehr pflegeleicht: Hustensaft schleckt er zum Beispiel sauber vom Löffel. Leider können so kleine Kinder ja nicht sagen, ob sie Schmerzen haben und so muss man auf gut’ Glück Medikamente geben. Dabei findet man hoffentlich das Richtige, das dann auch hilft. Ich möchte mein Kind nicht mit Mitteln unnötig belasten. Diese Gradwanderung finde ich oft schwierig.
Welchen Rat möchten Sie anderen jungen Eltern mit auf den Weg geben?
Sich bloß nicht von anderen Müttern, Omas und Ratgebern verunsichern lassen, was ein Kind schon machen müsste oder sollte. Jedes Kind hat seinen eigenen Rhythmus, wie und wann es etwas Neues erlernt. Mein Sohn hat mit vier Monaten seinen ersten Zahn bekommen, kann aber mit 14 Monaten noch nicht laufen und noch nicht Mama oder Papa sagen – dafür aber Katze.
Kurzportrait
Madita Ost hat einen 14 Monate alten Sohn. Zum Spielen geht sie mit Kilian am liebsten auf den Spielplatz und hat selbst großen Spaß am Kochen. Mutter zu sein ist für die 27-jährige Zytologieassistentin die schönste Herausforderung ihres Lebens.
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