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Was können Schwangere von fremden Kulturen lernen? Zum Beispiel das Warten in der Hocke!
Vier Wochen vor der Entbindung rate ich meinen Schwangeren dazu, ihren Damm mit ein paar Dehnübungen und Massagen geschmeidig für die Geburt zu machen. Das hilft, Dammrisse und Dammschnitte vorzubeugen. Übrigens: Auch die Frage, ob ein Dammschnitt vorgenommen wird, ist eine Frage der Kultur: Während in den Niederlanden gerade mal acht Prozent der Entbindenden einen Dammschnitt erhalten, sind es in Großbritannien neun von zehn Frauen. Diese Zahlen hat beispielsweise die Techniker Krankenkasse zusammengetragen.
Zwei Übungen finde ich als Geburtsvorbereitung und zur Dammdehnung besonders schön und schlage sie meinen schwangeren Frauen häufig vor.
Die erste Übung macht die Frau alleine, die zweite ist eine Partneraufgabe.
Um Damm und Beckenmuskulatur zu dehnen, können sich schwangere Frauen beispielsweise so auf den Boden setzen, dass sie auf ihrem einen Bein sitzen, das senkrecht untergeschlagen unter ihnen liegt. Das andere Bein wird im 90 Grad Winkel dazu aufgestellt. Mit den Armen stützt sich die Frau dabei auf dem zweiten Bein auf.
Bei der Paarübung stehen sich Mann und Frau in der Hocke gegenüber und halten sich gegenseitig an den Händen. Beide achten dabei darauf, dass sie die gesamte Fußfläche auf den Boden aufsetzen. Dann lässt sich die Frau nach hinten Fallen. Diese Vertrauensübung löst erfahrungsgemäß eifrige Diskussionen zwischen den Partnern aus. Viele Frauen fragen sich: Bin ich nicht zu schwer? Kann mein Mann mich halten.
Tipp:
Auch Dammmassagen mit Weizenkeim-, Jojoba- oder Mandelöl ohne ätherische Bestandteile sind eine gute Möglichkeit, sich auf die Geburt vorzubereiten. Um den Damm mit Daumen und Fingern von innen und außen zu massieren, stellt die Frau am besten einen Fuß auf dem Wannenrand oder einem Stuhl ab. Wenn beide Partner es mögen, kann aber auch der Mann den Damm massieren und so „seinen Teil“ zur Geburtsvorbereitung beitragen.
Diesen Tipp bekommen Sie von Hebamme Heike Köster aus Berlin. In ihren 28 Jahren als Hebamme hat sie insgesamt mehr als 3.700 Kinder auf die Welt gebracht. Zwei davon sind ihre eigenen. Wenn Sie medizinische Rückfragen zu Heikes Empfehlung haben, sprechen Sie bitte mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt. Allgemeine Fragen beantworten wir Ihnen gerne persönlich. Wir freuen uns auf Ihr Feedback und Ihre persönliche Meinung.
Vorschau:
Warum schlaflose Nächte vor der Entbindung einfach dazugehören und wie Sie sie am besten rumkriegen, verrate ich Ihnen im nächsten Hebammen-Tipp von mir.
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