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Schreien in den Anfangsmonaten kann unterschiedliche Gründe haben, bei Säuglingskoliken helfen Suspensionen und Entschäumer aus der Apotheke.
Eines will ich vorab betonen: Manche Kinder sind einfach anstrengend und schreien in den ersten Monaten sehr viel. Aber: Das wächst sich aus. Und als kleiner Trost, für alle Eltern, die besonders stark betroffen sind: Babys, die anfangs sehr viel schreien, sind häufig sehr intelligent. Sie setzen sich von Geburt an sehr stark mit ihrer Umwelt auseinandersetzen und überreizen deshalb auch leicht. Das ist der Grund für ihr anhaltendes und lautstarkes Schreien besonders am Abend: Sie müssen im wahrsten Sinne des Wortes den Tag erst einmal verdauen.
Was Säuglingskoliken oder Dreimonatskoliken allgemein betrifft: Lange ist man davon ausgegangen, dass die Ernährung der stillenden Mutter beeinflusst, ob und wie stark ein Neugeborenes unter Koliken und Blähungen leidet. Für alle, die gerne Kohl und Zwiebeln essen, kommt nun die gute Nachricht: Neuere Studien und der internationale Vergleich zeigen, dass das Essen der Mutter – ob blähend oder nicht, mit oder ohne starke Würzung – keine Ursache von Säuglingskoliken ist.
Was das vehemente Schreien der Babys in den ersten Monaten auslöst, kann unterschiedliche Gründe haben. Wir Menschen kommen quasi drei Monate zu früh auf die Welt und müssen uns in dieser Zeit erst an die neue Umwelt anpassen. So ist zum Beispiel die Darmflora des Säuglings noch nicht vollständig entwickelt. Das verursacht Schwierigkeiten bei der Verdauung – das Baby leidet unter Koliken und Blähungen. Gegen diese Blähungen gibt es in der Apotheke Suspensionen. Sie wirken im Magen-Darm-Trakt rein mechanisch und lösen dort die angesammelten Luftbläschen auf. So helfen die sogenannten Entschäumer, die Säuglingskoliken zu lindern. Aus Erfahrung weiß ich, dass viele Eltern diese Mittel gegen Dreimonatskoliken sehr schätzen: Die Eltern leiden mit ihren Kindern mit und sind froh, wenn sie selbst aktiv etwas unternehmen können, um ihrem kleinen Schatz das Leben zu erleichtern und die Koliken im Säuglingsalter zu lindern.
Eine weitere Ursache für das anhaltende Schreien der Babys in den ersten drei Monaten kann die Geburt sein. Dann nämlich, wenn durch die Verrenkungen des Kindes auf seinem Weg in die Welt Blockierungen an den Wirbeln entstanden sind. Diese verursachen keine unmittelbaren Schmerzen, beeinträchtigen aber die Verdauung und führen zu der Dreimonatskolik. Wenn Neugeborene überdurchschnittlich häufig ihre Händchen verkrampfen und auch sonst sehr angespannt sind, kann das ein Zeichen für eine Blockade sein. Diese Eltern schicke ich mit ihren Babys gerne zum Osteopathen. Inzwischen gibt es einige, die sich extra auf Säuglinge spezialisiert haben. Ist die Blockade gelöst, kann der Verdauungstrakt besser arbeiten und die Babys müssen weniger schreien.
Tipp:
Haben Sie Vertrauen in sich und Ihr Kind. Sie sind nicht schuld an den Koliken Ihres Babys. Versuchen Sie für sich ebenso wie für ihr Kind eine entspannte Atmosphäre zu schaffen. Körperkontakt, Wärme, Tee und Massage helfen Ihrem Baby, ein schönes Wannenbad oder ein Spaziergang (auch mal ohne Kind) entspannen Sie und geben Ihnen neue Kraft.
Diesen Tipp bekommen Sie von Hebamme Heike Köster aus Berlin. In ihren 28 Jahren als Hebamme hat sie insgesamt mehr als 3.700 Kinder auf die Welt gebracht. Zwei davon sind ihre eigenen. Wenn Sie medizinische Rückfragen zu Heikes Empfehlung haben, sprechen Sie bitte mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt. Allgemeine Fragen beantworten wir Ihnen gerne persönlich. Wir freuen uns auf Ihr Feedback und Ihre persönliche Meinung.
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